Allgäuer Zeitung 19.4.2001 :

"Großstadt-Club" mit skurriler Atmosphäre

Lindenberg Zwei Diaprojektoren werfen zwei riesige orange Augen auf den transparenten Vorhang, hinter dem sich Konturen und Schatten abzeichnen. "Ich habe sowas noch nie erlebt ­ und das hier auf dem Land!" Kathrin ist begeistert. Und tatsächlich schafft es das "vibra"-Team aus Weicht, einen Hauch Großstadt-Club-Atmosphäre in den Saal des Lindenberger "Hirsch" zu zaubern.

Die "Beatz`n`Bytez-Foundation", eine Gruppe von Künstler aus verschiedenen Bereichen, veranstaltet an diesem Abend eine multimediale Kunstausstellung, die zugleich Party ist. Die Gäste erwartet eine Verbindung aus moderner Musik, anderen Klängen und visuellen Effekten.

"Rammelvoll"

Auch für "Bade", Bassist von "vibra", stellt der Auftritt eine neue Erfahrung dar: "Es ist sehr interessant für mich, während des Livegigs nichts außer der eigenen Band zu sehen, aber trotzdem zu wissen, dass der Laden vor dir rammelvoll ist."

In dem Saal sind ringsum fünf auf Themen und Farben abgestimmte Projektionsflächen geschaffen worden, die den Raum immer wieder in neues Licht hüllen. Dazu erklingen die Drum`n`Bass-, House- und Break-Beats von den DJ Franz (München) und Gringo (Sänger der Ex-"Weirdoz" aus München). Für Knödel (36) aus Türkheim ist es "eine absolut skurrile Atmosphäre mit Menschen, die händeringend einer virtuellen Computerwelt alle Farben aberkennen wollen. Kurzum: ein Event, das monumentale Akzente setzt, und die Zukunft vorwegnimmt."

Zahnhygiene und Kaffeemaschine

In einem ganz kleinen Raum werden zu Alltagsgeräuschen wie dem des Zähneputzens oder der Kaffeemaschine themenbezogene Dia projiziert und Fotos ausgestellt, die an Garderobehaken hängen. Die audio-visuellen Eindrücke versetzen den Betrachter in verschiedene Situationen.

Die auf der Toilette zu hörenden Schnarchgeräusche findet Kerstin (21) aus München eher "unheimlich". "Coole Idee, so was zu veranstalten" erklärt Birgit (20) aus Buchloe.

Für das "Beatz`n`Bytez"-Team, das derzeit aus Georg Schilling, Jennifer Dettling, Simone Hörmann, Tom Simonetti und Peter Müller besteht, ist die Party die erste Veranstaltung. Doch die Fünf sind sich sicher: "Das Projekt wird fortgesetzt. Mal schauen, was wir noch so machen werden."
Wolfgang Jaschensky